Das Ghetto in Venedig

Das Ghetto in Venedig
Das Ghetto in Venedig

1516 wurde von der Verwaltung Venedigs beschlossen: „Alle Juden sollen an einer einzigen Stelle zusammen gesperrt werden: und zwar im Ghetto“. Es ist ein Ort der leicht zu kontrollieren war, es gibt nur 3 Brücken als Zugang. Hier war früher die Gießerei (Getto bedeutet auf Italienisch Gießerei)

Natürlich war dieser Teil nicht im Zentrum Venedigs, sondern weit abgelegen im Norden, in der Nähe des heutigen Bahnhofs. Der Aufenthalt der Juden in Venedig wurde nur unter der Bedingung erlaubt, dass diese als Geldverleiher tätig waren.

Hochhäuser: Wenn Sie im Ghetto genau hinschauen, dann sehen Sie, dass viele Häuser im Ghetto ein Stockwerk höher sind, als im Rest der Stadt. Und wenn Sie ganz genau hinschauen, dann sehen Sie auch, dass die Höhe der einzelnen Stockwerke niedriger ist, als sonst üblich.

Die Lage

Lageplan: Das Ghetto in Venedig
Lageplan: Das Ghetto in Venedig

Der Plan von http://www.OpenStreetMap.org  – © OpenStreetMap-Mitwirkende

Synagogen: Es gibt insgesamt 5 Synagogen.- Eine Synagoge ist nicht immer leicht zu erkennen: Mindestens 5 große Fenster, Lichtkuppeln auf dem Dach und Schriftzüge an den Wänden deuten darauf hin. Eine Synagoge befindet sich z.B. direkt über dem Hotel Locanda del Ghetto.

Nur 3 Zugänge zum Ghetto

3 Zugänge zum Ghetto

Der Ortsteil Ghetto befindet sich im Norden der Stadt Venedigs, ca. 35 Gehminuten vom Markusplatz entfernt, in der Nähe des Bahnhofs.

Der Plan von http://www.OpenStreetMap.org   © OpenStreetMap-Mitwirkende

Rund um das gesamte Ghetto ist, wie Sie es hier im Bild sehen, ein Kanal. Über diesen führen nur 3 Brücken in das Ghetto.

Die beiden Wächterhäuser an der Brücke Nr. 1

Die beiden Wächterhäuser an der Brücke Nr. 1 zeigen Ihnen noch heute, wie die Eingänge zum Ghetto früher bewacht wurden. Nachts waren die Tore geschlossen und nur Tags geöffnet. Im Bild die Brücke 1. Sie kam allerdings erst im 19. Jahrhundert hinzu.

Mesusa: bewusst etwas schräg

Mesusa: bewusst etwas schräg

Im Ortsteil Ghetto von Venedig, dem ehemaligen Zentrum für alle Juden die in Venedig lebten, sind immer noch Mesusas sichtbar.

Mesusa: An vielen Türen im Ghetto finden Sie  noch heute ein kleines Gefäß: das sogenannte Mesusa. Mesusa bedeutet Türpfosten und bezeichnet eine Schriftkapsel am Türpfosten.

Darin befindet sich ein Pergament auf dem ein Gebet geschrieben steht. Glück und Segen soll es dem Haus bringen. Wenn Sie ganz genau hinschauen merken Sie, dass die Mesusas im Ghetto etwas schräg befestigt sind. Es soll daran erinnern, dass nur Gott allein alles perfekt (bzw. gerade) machen kann.

Knochen für Knöpfe

Ghetto: Knochen für Knöpfe

Sie sehen es im Ghetto noch heute, wie hier im Bild, zwei Fenster welche teilweise unterhalb der Wasserlinie liegen, damit die Räume dahinter bei Flut mit Wasser volllaufen.

Der Unterschied zwischen Ebbe und Flut beträgt ca. 80 cm. Das genügt, dass die Räume hinter diesem Fenster bei Flut mit Wasser der Lagune gefüllt werden. In diese Räume wurden (Ochsen-) Knochen geworfen.

Denn mit dem Wasser kamen auch Krabben und Tintenfische, welche dann die blutigen Reste der Knochen abgenagt haben, so dass diese „gereinigten“ Knochen, dann nach ca. einem Monat zur Herstellung von Kleider Knöpfen hergenommen werden konnten.

Sie sehen auch im Bild, dass die Fenster mittlerweile zugemauert sind.

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