
Die Befana ist eine mythische Figur der italienischen Folklore – eine alte, freundliche Hexe, die am 6. Januar (dem Fest der Heiligen Drei Könige, Epifania) Kindern Geschenke oder Kohle bringt.
Auch hier in Venedig wird sie gefeiert, aber auf ganz eigene, oft amüsante Weise. Eine alte Frau mit zerlumpter Kleidung, einem Kopftuch und einem Besen – halb Hexe, halb gute Fee. Sie fliegt in der Nacht auf einem Besen durch die Lüfte, um Kindern Süßigkeiten, kleine Geschenke oder Kohle in die aufgehängten Socken zu stecken. Brave Kinder bekommen Leckereien, ungezogene hingegen ein Stück „Kohle“ (meist Zuckerkohle).
Ursprung
Die Geschichte vermischt viele heidnische, christliche und volkstümliche Elemente: Laut Legende baten die Heiligen Drei Könige sie um Hilfe bei der Suche nach dem Jesuskind. Sie half nicht – bereute es später – und fliegt seither jedes Jahr am 6. Januar los, um Kinder zu beschenken, in der Hoffnung, Jesus unter ihnen zu finden.
Besonderheiten
In Venedig wird die Befana auf ganz eigene Weise gefeiert:
Die „Regata delle Befane“. Ein humorvoller und einzigartiger Event am 6. Januar auf dem Canal Grande. Männer, oft Mitglieder des Ruderclubs „Canottieri Bucintoro“, verkleiden sich als Befane mit Besen, Röcken und Schals. Sie rudern in traditionellen venezianischen Booten – meist mascarete – um die Wette. Ziel ist die Rialtobrücke, wo es oft ein großes Publikum und heiße Schokolade gibt. Kinder hängen Socken an den Kamin oder das Fenster.
Die Befana ist in Venedig mehr als nur eine Märchenfigur – sie ist ein geliebter Teil der städtischen Kultur und ein Highlight für Kinder und Erwachsene. Besonders die „Regata delle Befane“ verleiht dem Tag einen typisch venezianischen, augenzwinkernden Charme.