Daniele Manin (1804–1857) ist eine der zentralen Figuren der modernen venezianischen Geschichte. Er war kein Doge der alten Republik, sondern der Mann, der Venedig im 19. Jahrhundert kurzzeitig in die Unabhängigkeit führte. Für viele Venezianer ist er bis heute das Symbol für Widerstand und bürgerliche Freiheit.

Wer war Daniele Manin?
Manin war ein brillanter Rechtsanwalt, der sich gegen die damalige österreichische Vorherrschaft in Venedig auflehnte. Im Revolutionsjahr 1848 rief er die „Repubblica di San Marco“ aus und wurde deren Präsident. Unter seiner Führung hielt Venedig einer fast einjährigen Belagerung durch die Österreicher stand, bevor die Stadt schließlich durch Hunger und die Cholera zur Kapitulation gezwungen wurde. Manin musste ins Exil nach Paris gehen, wo er verstarb, doch sein Herz (und später sein Leichnam) kehrten in seine Heimatstadt zurück.
Was ist von ihm heute noch zu sehen?
Für Besucher von venedig.com gibt es drei wichtige Orte, an denen man Daniele Manin heute noch begegnen kann:
1. Der Campo Manin und das Denkmal
Mitten im Sestiere San Marco liegt der nach ihm benannte Platz. Das markante Bronzedenkmal (errichtet 1875) zeigt Manin in einer entschlossenen Pose.
- Besonderheit: Zu seinen Füßen wacht ein imposanter geflügelter Markuslöwe.
- Sein Wohnhaus: Direkt am Platz befindet sich der Palazzo, in dem er lebte. Eine Gedenktafel an der Fassade erinnert an den berühmten Bewohner.
2. Sein Grab an der Außenseite des Markusdoms
Dies ist eine seltene Ehre: Manins Grab befindet sich nicht im Inneren einer Kirche, sondern in der nördlichen Außenmauer des Markusdoms (an der Piazzetta dei Leoncini).
- Warum dort? Da er im Exil starb und erst nach der Vereinigung Italiens zurückgebracht wurde, erhielt er diesen Ehrenplatz direkt am Herzstück der Stadt. Es ist das einzige Grabmal, das direkt in die Fassade der Basilika integriert ist.
3. Die Villa Manin (im Hinterland)
Falls Sie Ausflüge ins Friaul planen: Die prachtvolle Villa Manin in Passariano war der Stammsitz seiner Familie (zu der auch der letzte Doge Venedigs, Ludovico Manin, gehörte). Sie ist heute ein bedeutendes Kulturzentrum.
Was ist heute interessant für Touristen?
Der Campo Manin ist heute weit mehr als nur ein geschichtlicher Ort. Er bietet für den modernen Venedig-Besucher praktische und kulturelle Highlights:
- Der perfekte Orientierungspunkt: Der Platz liegt strategisch günstig auf dem Weg zwischen der Rialtobrücke und dem Markusplatz.
- Die Scala del Bovolo: Nur eine Minute vom Campo Manin entfernt versteckt sich eines der meistfotografierten Juwelen Venedigs – die berühmte Wendeltreppe Scala Contarini del Bovolo. Der Platz ist der ideale Ausgangspunkt, um dieses architektonische Meisterwerk zu finden.
- Authentische Pause: Im Gegensatz zum sehr trubeligen Markusplatz ist der Campo Manin oft etwas ruhiger. Es gibt dort einige Cafés, in denen man wunderbar den venezianischen Alltag beobachten kann, während man die Statue des Freiheitshelden im Blick hat.
Tipp für Fotografen: Wenn Sie das nächste Mal dort sind, versuchen Sie, die Statue so zu fotografieren, dass im Hintergrund die typischen hohen venezianischen Hausfassaden zu sehen sind. Das fängt die Atmosphäre dieses besonderen Platzes perfekt ein.