Die Geschichte Venedigs wird erst durch die Menschen lebendig, die sie geprägt haben – und für Ihre Leser ist es besonders spannend zu wissen, wo man diesen Größen heute noch „begegnen“ kann.
Hier sind die bedeutendsten historischen Persönlichkeiten Venedigs, sortiert nach ihren Spuren, die Sie heute noch hier in Venedig erleben können:
Die drei Bekanntesten
Giacomo Casanova: venezianischer Abenteurer und berüchtigter Liebhaber
Antonio Vivaldi: Italienischer Komponist
Marco Polo: berühmter Kaufmann, Reisender und Erzähler aus Venedig
Die drei Meister des Lichts: Venedigs große Maler
Venedig ist nicht nur eine Stadt aus Stein und Wasser, sondern vor allem eine Stadt der Farben. Dass wir die Lagunenstadt heute als so glanzvoll und künstlerisch bedeutend wahrnehmen, verdanken wir vor allem drei Männern. Sie haben das Licht Venedigs für die Ewigkeit auf Leinwand festgehalten.
Wenn Sie heute durch die Kirchen und Paläste Venedigs spazieren, werden Sie immer wieder auf diese drei Namen stoßen. Jeder von ihnen hatte seine ganz eigene Spezialität:
Drei Stile, eine Stadt
Um die Unterschiede auch ohne Kunststudium sofort zu erkennen, hilft diese kleine Faustregel:
- Giovanni Bellini ist der Meister der Harmonie. Seine Bilder strahlen eine tiefe Ruhe aus. Er brachte das sanfte, goldene Morgenlicht der Lagune in die Kirchen.
- Tizian war der König der Farben. Er brachte die Leinwände zum Leuchten, besonders mit seinem berühmten „Tizian-Rot“. Seine Werke sind prachtvoll, mächtig und voller Selbstbewusstsein.
- Tintoretto war der Rebell der Dramatik. Bei ihm finden Sie Action, schnelle Pinselstriche und ein Spiel mit Licht und Schatten, das fast wie ein moderner Kinofilm wirkt.
Das Erbe erleben
Das Besondere für Sie als Besucher: Viele dieser Meisterwerke hängen noch heute genau dort, wo sie vor Jahrhunderten gemalt wurden – in den großen Kirchen wie der Frari-Kirche oder San Zaccaria. Sie müssen also kein Museumsticket kaufen, um Weltkunst zu sehen; oft reicht ein respektvoller Besuch in einer der prachtvollen Kirchen Venedigs.
Begleiten Sie uns auf einer Reise zu den wichtigsten Stationen dieser drei Genies und erfahren Sie, wo Sie ihre Spuren in Venedig heute noch finden können.2. Die großen Maler (Die Farben Venedigs)
Venedig war das Zentrum der Renaissance-Malerei. Ihre Spuren sind in fast jeder großen Kirche zu finden.
- Tizian (Tiziano Vecellio): Er ist der „König der Maler“. Sein monumentales Grabmal befindet sich in der Frari-Kirche (Santa Maria Gloriosa dei Frari). Dort hängt auch sein berühmtes Meisterwerk, die „Assunta“.
- Tintoretto (Jacopo Robusti): Bekannt als „der Furios“ wegen seines schnellen Malstils. Sein Grab befindet sich in der Kirche Madonna dell’Orto im Sestiere Cannaregio. Fast die gesamte Kirche (und die nahegelegene Scuola Grande di San Rocco) ist sein persönliches Denkmal.
- Giovanni Bellini: Er gilt als der Schöpfer des venezianischen Stils. Sein Grab finden Sie in der Kirche Santi Giovanni e Paolo (San Zanipolo), der „Grabeskirche der Dogen“.
3. Die Musik-Genies (Neben Vivaldi)
- Claudio Monteverdi: Der Mann, der die Oper erfunden hat. Er wirkte als Kapellmeister am Markusdom. Sein Grab ist – ganz schlicht und berührend – in der Frari-Kirche (in einer der Seitenkapellen im Boden eingelassen).
- Richard Wagner: Zwar kein gebürtiger Venezianer, aber er starb in Venedig. Sein Sterbehaus ist der Palazzo Vendramin-Calergi (das heutige Casino). Am Gebäude zum Canal Grande hin finden Sie eine Gedenktafel. Sein Grab ist zwar in Bayreuth, aber sein Geist weht durch diesen Palast.
4. Wissenschaft und Bildung
- Elena Lucrezia Cornaro Piscopia: Ein Muss für diese Seite! Sie war die erste Frau der Welt, die einen Doktortitel erhielt (1678). Ihr Denkmal und eine Gedenktafel finden Sie im Palazzo Loredan (heute Sitz des Stadtrats) am Canal Grande.
- Christian Doppler: Der Entdecker des Doppler-Effekts. Er starb in Venedig. Eine Gedenktafel an seinem Sterbehaus nahe der Kirche San Giovanni in Bragora erinnert an ihn.
5. Die „eisernen“ Dogen
- Enrico Dandolo: Der 41. Doge, der (blind!) den vierten Kreuzzug anführte. Er ist zwar in der Hagia Sophia in Istanbul begraben, aber seine Spuren (und die Beute aus Konstantinopel, wie die Quadriga auf dem Markusdom) sind überall in San Marco präsent.
- Francesco Foscari: Der Doge mit der längsten Amtszeit. Sein prächtiges Grabmal befindet sich ebenfalls in der Frari-Kirche, direkt gegenüber von dem des Dogen Niccolò Tron.
5. Die moderne Ruhe auf San Michele
Wenn Sie mit dem Vaporetto zur Friedhofsinsel San Michele fahren, finden Sie Spuren von Weltbürgern, die Venedig so liebten, dass sie dort begraben werden wollten:
- Igor Strawinsky: Der berühmte Komponist.
- Ezra Pound: Der bedeutende (und umstrittene) Dichter.
- Sergej Djagilew: Gründer der Ballets Russes.
Daniele Manin: Der Freiheitsheld von Venedig

Daniele Manin (1804–1857) ist eine der zentralen Figuren der modernen venezianischen Geschichte. Er war kein Doge der alten Republik, sondern der Mann, der Venedig im 19. Jahrhundert kurzzeitig in die Unabhängigkeit führte. Für viele Venezianer ist er bis heute das Symbol für Widerstand und bürgerliche Freiheit.
Niccolò Tommaseo: Der Gelehrte mit den Büchern

Niccolò Tommaseo (1802–1874) war weit mehr als nur ein Politiker. Er war einer der bedeutendsten Sprachwissenschaftler und Schriftsteller Italiens. In Venedig erinnert man sich an ihn vor allem als engen Weggefährten von Daniele Manin und als Kämpfer für die geistige Freiheit.
San Bortolomio: Der Schutzpatron der Händler
Wenn man in Venedig von „San Bortolo“ spricht, meint man den Heiligen Bartholomäus (San Bartolomeo). Er war einer der zwölf Apostel Jesu und ist in Venedig allgegenwärtig – nicht nur als religiöse Figur, sondern als Namensgeber für einen der lebhaftesten Treffpunkte der Stadt.
Viktor Emanuel II.: Der „Vater des Vaterlandes“

Viktor Emanuel II. (1820–1878) war der erste König des vereinigten Italiens. Er stammte aus dem Hause Savoyen und wurde zum Symbol der italienischen Einigungsbewegung (dem Risorgimento).