Wenn man in Venedig von „San Bortolo“ spricht, meint man den Heiligen Bartholomäus (San Bartolomeo). Er war einer der zwölf Apostel Jesu und ist in Venedig allgegenwärtig – nicht nur als religiöse Figur, sondern als Namensgeber für einen der lebhaftesten Treffpunkte der Stadt.
Wer war der Heilige Bartholomäus (Bortolomio)?
Bartholomäus war ein Märtyrer des frühen Christentums. In der Kunst wird er oft mit einem Messer und seiner eigenen abgezogenen Haut dargestellt – ein Hinweis auf sein grausames Schicksal. Er gilt unter anderem als Schutzpatron der Bergleute, Gerber und Lederarbeiter.
In Venedig hat er jedoch eine ganz besondere historische Bedeutung: Die ihm geweihte Kirche war über Jahrhunderte das geistige Zentrum der deutschen Kaufleute, die im nahegelegenen Fondaco dei Tedeschi lebten und arbeiteten.
Was ist von ihm heute noch zu sehen?
Für Ihre Leser gibt es einen zentralen Ort, den jeder Venedig-Besucher automatisch überquert:
1. Der Campo San Bartolomeo (San Bortolo)
Dieser Platz liegt direkt am Ende der Rialtobrücke (auf der Seite von San Marco). Er ist das inoffizielle „Wohnzimmer“ der Venezianer.
- Das Goldoni-Denkmal: Mitten auf dem Platz steht die berühmte Statue des Theaterdichters Carlo Goldoni. Obwohl der Platz nach San Bortolomio benannt ist, dominiert Goldoni heute das Bild.
- Der Treffpunkt: Hier verabreden sich die Einheimischen „unter dem Goldoni“. Es ist der perfekte Ort, um den Puls der Stadt zu spüren.
2. Die Kirche San Bartolomeo
Die Kirche selbst ist fast „unsichtbar“, da sie von anderen Gebäuden umringt ist. Nur der markante Glockenturm (Campanile) sticht hervor.
- Heute: Die Kirche wird heute oft für Konzerte (z.B. „Interpreti Veneziani“) genutzt und ist kein reines Gotteshaus mehr.
- Kunstschätze: Früher beherbergte sie bedeutende Werke von Meistern wie Albrecht Dürer (das berühmte Rosenkranzfest), was die Verbindung zu den deutschen Kaufleuten unterstreicht.
Was ist heute interessant für Touristen?
Der Bereich um San Bortolomio ist ein Muss für jeden Besucher:
- Strategische Lage: Er verbindet die Rialtobrücke mit den Einkaufsmeilen (Mercerie), die zum Markusplatz führen.
- Die „Einwohner-Uhr“: An einer Apotheke direkt am Campo San Bartolomeo hängt eine digitale Anzeige, die die aktuelle (leider sinkende) Einwohnerzahl Venedigs anzeigt – ein nachdenklich stimmendes, aber sehr bekanntes Detail für Touristen.
- Positive News: Trotz des Massentourismus ist der Campo San Bortolo ein Ort geblieben, an dem man noch echte Venezianer beim schnellen Espresso oder beim Plausch (Chiacchiere) beobachten kann.
Tipp für Fotografen: Der Campo San Bartolomeo ist oft sehr voll. Wenn Sie ein Foto machen möchten, das die Weite des Platzes zeigt, empfiehlt sich ein Besuch am frühen Vormittag. Vergessen Sie nicht, die Apotheken-Uhr mit der Einwohnerzahl zu fotografieren – das ist ein Fakt, den viele extrem interessant finden.