Francesco Foscari (1373–1457) war eine der prägendsten Figuren in der Geschichte der Republik Venedig. Seine Regierungszeit von 34 Jahren markiert den Höhepunkt der venezianischen Expansion auf dem Festland. Doch trotz seines politischen Erfolgs ist seine Geschichte eine zutiefst menschliche Tragödie um Macht, Neid und den Verlust seines Sohnes Jacopo.
Ein Doge der Superlative
Unter Foscari wurde Venedig zu einer Landmacht. Er führte Kriege gegen Mailand und sicherte der Stadt Gebiete wie Verona und Vicenza. Doch sein Erfolg rief Feinde auf den Plan. Der berüchtigte „Rat der Zehn“ nutzte die Verfehlungen seines Sohnes Jacopo, um den Dogen mürbe zu machen. Schließlich wurde der hochbetagte Foscari zum Rücktritt gezwungen – er starb nur wenige Tage später, angeblich an gebrochenem Herzen, als er die Glocken zur Einsetzung seines Nachfolgers hörte.
Auf Foscaris Spuren: Was Sie heute in Venedig sehen können
Francesco Foscari hat der Stadt eines der architektonischen Juwelen hinterlassen, das heute das Stadtbild am Canal Grande dominiert:
- Ca‘ Foscari (Universität): Dieser prachtvolle Palast am markanten Knick des Canal Grande (der „Volta de Canal“) wurde von ihm erbaut.
- Heute: Es ist der Hauptsitz der Universität von Venedig. Besucher können die gotische Fassade bewundern, die als eines der besten Beispiele für den venezianischen Stil gilt.
- Das Grabmal in Santa Maria Gloriosa dei Frari: Foscari fand seine letzte Ruhe in einer der bedeutendsten Kirchen der Stadt.
- Heute: Sein monumentales Wandgrabmal befindet sich im Chorraum der Frari-Kirche, direkt gegenüber dem Grabmal des Dogen Niccolò Tron. Es zeigt den Dogen in feierlicher Robe und ist ein Zeugnis seiner einstigen Macht.
- Porta della Carta (Dogenpalast): Über dem Haupteingang des Dogenpalastes (neben dem Markusdom) sieht man eine Skulptur, die Francesco Foscari kniend vor dem Markuslöwen zeigt.
- Heute: Es ist eines der meistfotografierten Portale der Welt. Die heutige Skulptur ist zwar eine Kopie (das Original wurde unter Napoleon zerstört), vermittelt aber eindrucksvoll den Anspruch des Dogen.
Mein Tipp für Ihren Besuch
Stellen Sie sich an die Vaporetto-Station „Ca‘ Foscari“. Von dort aus haben Sie den besten Blick auf den Palast. Wenn Sie dann zur Frari-Kirche weiterlaufen, schließt sich der Kreis seiner Lebensgeschichte – vom prächtigsten Wohnhaus der Stadt bis zum monumentalen Grab.