Historische Meisterwerke: Die Palazzi von Rialto bis zum Bahnhof

Dies ist der Teil III der Canal Grande Trilogie. Bitte lesen Sie unbedingt zuerst den Teil I und Teil II. Nur dort wird Ihnen der grundsätzliche Aufbau der Palazzi, die Bedeutung der Maßwerke, und weitere allgemeine Informationen über die Sehenswürdigkeiten am Canal Grande gezeigt. Die Reihenfolge der Besprechung in diesem Reiseführer, erfolgt gemäß einer Fahrt mitdem Vaporetto von der Rialto Brücke bis zum Bahnhof

Die Sehenswürdigkeiten im nördlichen Canal Grande

Die Sehenswürdigkeiten im nördlichen Canal Grande

Der Plan ist von http://www.OpenStreetMap.org – © OpenStreetMap-Mitwirkende

Hier im Plan sehen Sie die schönsten Palazzi im nördlichen Canal Grande zwischen der Rialto Brücke und dem Bahnhof. Es gibt eigentlich nur einen einzigen Palast in Venedig: den Dogenpalast. Alle andern Palazzi tragen den Namen Haus, was im Italienischen Casa heißt, aber meist als Ca‘ abgekürzt wird.

Viele Palazzi sind entweder im Privatbesitz oder enthalten Ämter und Behörden (wie z.B. die Stadtverwaltung oder Gerichte). Deshalb sind sehr viele leider NICHT von innen zu besichtigen. Es gibt aber einige wenige Palazzi, die für Besucher geöffnet sind. Diese sind: Fondaco dei turchi, Ca Pesaro, Ca d‘ Oro, Ca Rezzonico, Ca Venier dei Leonie.

Rechts: Fondaco dei Tedeschi

Fondaco dei Tedeschi
Fondaco dei Tedeschi

Hier war früher die Niederlassung (Handelshaus) von deutschen (Tedesci) Händler in Venedig. Als Deutsche zählten früher auch Ungarn, Österreicher und Flamen. Der Palast ist direkt an der Nordseite der Rialto Brücke und wurde in letzter Zeit renoviert.

Deutsche Kaufleute gibt es schon lange in Venedig. Erste Aufzeichnungen deuten auf einen Goldschmied „Bernardus Teotonicus“. im Jahr 1213 hin. Der Fondaco dei Tedeschi wurde 1228 zum ersten Mal erwähnt. Er ist einmal abgebrannt und wurde 1508 wieder aufgebaut. Fondaco = Warenlager

Zu den bekanntesten Händlerfamilien, die im hier Handel trieben, zählen auch die Augsburger Fugger. Bis vor kurzem war im Gebäude das Hauptpostamt in Venedig. Zu Zeit ist es leider geschlossen.

Rechts: Ca da Mosto

Ca da Mosto
Ca da Mosto

Dieses Haus ist das älteste Gebäude am Canal Grande. Es liegt in der Nähe der Rialto Brücke. Es stammt aus dem 13. Jahrhundert und hat noch eine authentische venezianisch-byzantinische Bausubstanz. Sowohl das Lager als auch die Wohnung des Inhabers (in der Regel Kaufleute) befindet sich in einem Gebäude.

Wenn Sie genau hinschauen sehen Sie, dass das Haus drei normale Stockwerke und ganz oben noch ein weiteres Stockwerk hat, welches später hinzugebaut wurde und nicht mehr die volle Höhe hat. Dies werden sie bei vielen Häusern in Venedig vorfinden. Oft ist in diesen obersten kleinen Stockwerken nur ein Lager untergebracht.

Rechts: Palazzo Michiel dalle Colonne

Palazzo Michiel dalle Colonne
Palazzo Michiel dalle Colonne

Der Palazzo Michiel Dalle Colonne ist ein Palast mit vollkommen symmetrischer barocker Fassade, am nördlichen Teil des Canal Grande. Der Palast wird auch als Palazzo Michiel Dalle Colonne a Santa Sofia bezeichnet. Vermutlich ist er romanischen Ursprungs wurde aber mehrfach umgebaut. Den Namen „dalle Colonne“ (von den Säulen) hat der Palast von dem Säulengang des Erdgeschosses, die prächtige Loggia zum Canal Grande hin.

Links: Der Fischmarkt

Der Fischmarkt
Der Fischmarkt von Venedig

Gehen Sie von der San Marco Seite auf die Rialtobrücke und dann auf der anderen Seite wieder hinunter. Dann rund 100 m geradeaus: Sie kommen zuerst durch den Obst- und Gemüse-Markt, auf dem frisches Obst und Gemüse der Inseln der Lagune verkauft wird, und dann zum Fischmarkt. Er ist absolut sehenswert. Der Fischmarkt ist den ganzen Vormittag geöffnet. Erst ab 11 Uhr werden die einzelnen Stände so langsam geräumt. Sie haben also genügend Zeit für eine Besichtigung.

Touristen mit Fotos und Blitzlicht sind hier zahlreich vorhanden. Vielleicht haben Sie ja Glück und sehen einen großen Tunfisch oder Schwertfisch ausgelegt. In der Venedig Fernseh Dokumentation des Bayerischen Rundfunks mit dem Titel Schlemmerreise Venedig wird das Restaurant Poste Vecie gleich hinter dem Fischmarkt als eines der besten Fisch Restaurants der Stadt bezeichnet. Es ist leicht zu finden: Es ist direkt hinter dem Fischmarkt

Rechts: Luxushotel im Ca‘ Sagredo

Luxushotel im Ca' Sagredo
Luxushotel im Ca‘ Sagredo

Das Ca‘ Sagredo hier rechts im Bild ist ein gotischer Palast aus dem 14. Jahrhundert und ist heute ein Luxus Hotel. Der Link zur Homepage dieses Hotels ist: http://www.casagredohotel.com/de/

Rechts: Ca‘ D‘ Oro: Bestes Beispiel für Gotik in Venedig

Ca' D' Oro: Bestes Beispiel für Gotik in Venedig
Ca‘ D‘ Oro: Bestes Beispiel für Gotik in Venedig

Das Casa del Oro (Haus des Goldes) war früher eines der schönsten, prunkvollsten und prächtigen Häuser, aber auch eins der angeberischsten. Der Name stammt von vergoldeten Figuren an der Fassade. Selbst heute, ohne die Goldverzierung, ist es ein prächtiger Palazzo, der jedem Tourist, der im Canal Grande daran vorbeifährt, sofort in Auge sticht.

Der wohlhabende Patrizier Marco Contarini, aus einer der reichsten Familien der Stadt, ließ sich diesen Palast im 15. Jahrhundert errichten. Die dreigeteilte Fassade mit abschließendem Gesims gehört zu den schönsten Beispielen gotischer Baukunst in Venedig. Auffällig ist, dass die beiden Piano Nobili, die Hauptgeschosse, unterschiedlich hoch, wodurch eine Hierarchie zum Ausdruck gebracht wird. Ungewöhnlich hingegen, dass der Palast nicht zu beiden Seiten der zentralen Loggien weitere Räume bzw. Fenster aufweist, sondern nur auf einer.

Sie erreichen es auch zu Fuß. Es liegt auf dem Weg zwischen dem Bahnhof und der Rialtobrücke oder sie fahren mit der Linie 1 bis direkt vor den Palast. Die Vaporetto Haltestelle heist Ca‘ D‘ Oro.

Die Ca´d´Oro ist ein Museum und kann besichtigt werden (Mo nachmittags geschlossen) Es bietet im Inneren, im ersten Stock, einen herrlichen Weitblick auf den Canal Grande. Sie bemerken im Erdgeschoss auch, wie tief mittlerweile Venedig schon im Meer versunken ist. Dunkel, nass und kalt.

Links: Ca‘ Corner della Regina

Ca' Corner della Regina
Ca‘ Corner della Regina

Der barocke Palast der Familie Corner bzw. Cornaro. Sie gehörten zu den ältesten Patrizierfamilien in Venedig. Ihr Ursprung geht bis zu den Römern zurück. Die Patrizier waren die gesellschaftliche und oft auch politische Oberklasse des antiken Roms.

Die Königin von Zypern (Caterina Cornaro), wurde 1454 in einem kleineren Palast, der an der Stelle des heutigen Gebäudes stand, geboren. (Della Regina = der Königin) Der Ca‘ Corner della Regina ist einer der letzten Großpaläste die in Venedig gebaut wurden. Da Platz kostbar war, wurde der gesamte Bau mehr in die Höhe als in die Breite gebaut.

Das in der Nähe gelegene Ca’ Pesaro diente offenbar als Model für das Haus Ca‘ Corner della Regina. Der Palast hat zwei Piani nobili, der erste mit ionischen, der zweite mit korinthischen Säulen geschmückt.

Rechts: Palazzo Gussoni

Palazzo Gussoni

Im Palazzo Gussoni ist der Sitz des Verwaltungsgerichts der Region Veneto (Venedig).

Der Palazzo ist ein Renaissance-Palast.

Presidente:
Maurizio NICOLOSI

Segretario generale:
Luigi Gioacchino Giovanni Ciaccio

Palazzo Gussoni -Cannaregio,
2277/2278, 30121 Venezia

Tel: 041/2403911

Links: Ca Pesaro

Ca Pesaro
Ca Pesaro am Canal Grande

Ca’ Pesaro ist benannt nach dem sehr reichen Dogen Giovanni Pesaro. Der barocke Palast am Canal Grande liegt an der Einmündung des Rio delle Due Torri in den Canal Grande. Der Doge hatte einst seiner Familie in seinem Testament angeordnet, den Palast den Baldassare Longhena begonnen hatte, auch fertig zu stellen. 1673 wurde mit der Fassade begonnen und 1710 vollendet. Der komplette Bau entspricht den ursprünglichen Plänen.

Felicita Bevilacqua vermachte den Palast 1899 an die Stadt Venedig. Die Auflage war:  Arbeits- und Ausstellungs-möglichkeiten für junge Künstler der Avantgarde einzurichten. Wenn Sie genau achtgeben, bemerken Sie, dass der Marmorpalast etwas in den Canal Grande hinein ragt. Im zweiten Stock ist ein das Museum für orientalische Kunst mit 30.000 Objekten, die aus Japan China und Indonesien stammen.

Links: Die Kirche St. Stae (San Eustachio)

Die Kirche St. Stae (San Eustachio)
Die Kirche St. Stae (San Eustachio)

Beachten Sie den strengen Aufbau der Fassade, mit vier korinthischen Säulen auf hohen Postamenten. Auch der Dreiecksgiebel, ist dem Geiste Andrea Palladio, Architekt der Renaissance in Italien, verpflichtet.

Andrea Palladio hat die bekannten Kirchen: Le Zitelle, Il Redentore und San Giorgio Maggiore gebaut und hat damit auch wesentlich zum Bild Venedigs beigetragen. Über dem Eingangs Portal befindet sich ein sogenannter gesprengter Giebel (Sprenggiebel) wie er im Hochbarock üblich war.

Da die Kirche eine gute Akustik hat, finden hier immer wieder Konzerte statt. Falls Sie Zeit haben und Interesse schauen Sie sich die kostbaren Gemälde von Tiepolo und Piazzetta im Innern an. Direkt bei der Kirche ist eine Vaporetto Haltestelle mit dem Namen St. Stae.

Rechts: Palazzo Vendramin Calergi (Spielkasino)

Palazzo Vendramin Calergi (Spielkasino)
Palazzo Vendramin Calergi (Spielkasino)

Der Palazzo Vendramin Calergi liegt in der Nähe des Bahnhofs. Bauherr des prachtvollen Renaissance Palastes war der Adelige Andrea Loredan. Später ging er dann in den Besitz der Familie Vendramin und anschließend der aus Griechenland stammenden Familie Calergi über, deren Namen er bis heute trägt. Bekannt ist der Palazzo, durch Richard Wagner, der hier 1883 gestorben ist.

Die Arbeiten am Hauptgebäude wurde 1505 beendet. Baumeister war Mauro Codussi, von dem auch noch andere Paläste in Venedig zu sehen sind. Typisch für Mauro Codussi sind die mit den doppelten Rundbogenfenstern, die durch ein Kreissegment überfangen sind, in das ein Rundfenster eingefügt ist. Der zurückversetzte Seitenflügel wurde nach Entwürfen von Vincenzo Scamozzi ausgeführt und im 17. Jahrhundert erneuert.

Richard Wagner, ein großer Venedig Liebhaber, ist in dem Anbau von Scamozzi 1883 gestorben ist. Seine Wohnräume wie auch sein Sterbezimmer werden heute von der Wagner-Vereinigung Venedigs in Stand gehalten und dem interessierten Besucher für ein kleines Entgelt geöffnet.

Das Gebäude ist zurzeit der Sitz des Spielkasino in Venedig, das erstmals im Jahre 1638 dem willigen Spieler seine Pforten öffnete, allerdings nicht hier, sondern im Palast der Familie Dandolo direkt hinter dem Markusplatz (heute Hotel Monaco).

Auf der Fassade sind die Worte NON NOBIS DOMINE, NON NOBIS zu lesen, die aus dem Alten Testament stammen und der Beginn eines berühmten Spruches der Templer darstellen: „Nicht uns, Herr, nicht uns, sondern Dir gebührt der Ruhm“. Eine Anspielung darauf, dass die Templer ausschließlich für den den Ruhm des Herren und nicht für eigene Interessen kämpften. Andrea Loredan machte daraus das Motto der Familie, was nahe legt, dass er den Templern nahe stand.

Links: Fondaco dei Turchi

Fondaco dei Turchi
Fondaco dei Turchi

Dieser „Palast der Türken“ wurde zum ersten Mal 1225 erwähnt. Er ist im venezianisch romanischen Stil erbaut und gehörte einst zu den prächtigsten Palästen der gesamten Stadt. Beachten Sie die Doppel Loggia im Erdgeschoss und ersten Stock. Die beiden Ecktürme erinnern an defensive Strukturen, wie sie in frühmittelalterlichen Bauwerken öfters verwendet wurden. Er war das Handelshaus für alle osmanischen Händler, wurde aber üblicherweise „Palast der Türken“ genannt.

Heute gehört es der Stadt Venedig und beinhaltet das Museum für Naturgeschichte mit einer Ausstellung für Fauna und Flora der Lagune

Rechts: Die Kirche Chiesa di San Geremia

Die Kirche Chiesa di San Geremia
Die Kirche Chiesa di San Geremia

Der 43 m hohe, romanische Campanile ist einer der ältesten in Venedig. Er ist das einzige Überbleibsel des 12. Jahrhunderts. Im 11. Jahrhundert von Mauro Tosello und seinem Sohn gegründet. Später wurde dann ein neues Gebäude errichtet. Die heutige Kirche stammt aus dem Jahr 1753. Hier liegt ein Arm des Heiligen Bartholomäus, die sterblichen Überreste des Heiligen Magnus von Oderzo und die sterblichen Überreste der Heiligen Lucia von Syrakus. Er ist einer der am meisten verehrten Heiligen der Christenheit.

Auch die sterblichen Überreste der Heiligen Lucia von Syrakus befinden sich in der Kirche– wenngleich die Heilige Lucia eigentlich eine eigene Kirche hatte, die aber im 19. Jahrhundert abgerissen wurde, um dem Bahnhof zu weichen. Warum der Bischof von Syrakus deshalb meint, dass die Venezianer der Stadt Syrakus die Heilige Lucia wiedergeben sollen, da sie ja nun keine eigene Kirche mehr in Venedig hat und außerdem ja auch in Syrakus ihr Martyrium erlitten hat, versteht in Venedig ehrlich gesagt keiner …

So kann man bis heute vom Canal Grande aus die folgende Inschrift an der Kirche lesen:
„Lucia Vergine di Syracusa in questo tempio riposa.
All’ Italia e al Mondo ispiri luce e pace.“
(In diesem Tempel ruht die Jungfrau Lucia von Syracus.
Bringe Italien und der Welt Licht und Frieden)

Rechts: Die Kirche Santa Maria degli Scalzi

Die Kirche Santa Maria degli Scalzi
Die Kirche Santa Maria degli Scalzi

Sehr schöne Klosterkirche direkt neben dem Bahnhof. Beachten Sie die mit Säulen und Skulpturen reich geschmückte Marmorfassade. Die Kirche Santa Maria di Nazareth wird im Volksmund Santa Maria degli Scalzi genannt, weil im dazugehörigen Kloster die unbeschuhten Karmelitinnen untergebracht waren (scalzo – ohne Schuhe oder Barfüßer).

Das Gotteshaus ist ein schönes Beispiel für den Barock – wenngleich in seiner späten Phase, da die Fassade sehr flach ist. Entwerfender Architekt war Baldassare Longhena, Stararchitekt des Barock. Sein Schüler Giuseppe Sardi führte die Arbeioten ab dem späten 17. Jahrhundert zu Ende. Die Fassadengliederung erinnert an römische Vorbilder, was wahrscheinlich von den Auftraggebern, den Karmelitinnen, gefordert war, die erst gerade aus Rom in die Lagune übersiedelt waren. Sie waren übrigens „barfüßig“, weil es ein Bettelorden war. Das Wappen oben im Giebel ist das der Grafen von Cavazza, die zur Finanzierung des Gebäudes beigetragen haben.

Am 24. Oktober 1915 ist das Gewölbe der Kirche und mit ihm eine der schönsten Arbeiten des venezianischen Malers Giambattista Tiepolo durch eine Bombe der Österreicher unwiderruflich zerstört worden. Die Brücke über den Canal Grande gleich vor der Kirche hat den Namen übernommen: Ponte degli Scalzi.

Romanik        

Die Architektur der Romanik beginnt etwa um 1000 in ganz Europa. Sie gilt als die erste große Kunst-Epoche und ist deshalb auch der Grund, warum wir in diesem Reiseführer damit beginnen. Typische Erkennungsmerkmale der Romanik sind Rundbögen, Rundbogenfenster, Säulen mit blockartigen Kapitellen und Wände mit wuchtigen Steinmassen.

Der romanische Stil soll an die Allmacht Gottes erinnern und ist deshalb bewusst auf Größe und Mächtigkeit ausgelegt. Die ältesten Häuser, die es heute in Venedig gibt, stammen aus der Romanik, aus dem 11. Jahrhundert, z.B. die Markuskirche.

Gotik             

Die Gotik ist die Epoche des Mittelalters. Sie beginnt Mitte des 12. Jahrhunderts und geht bis um das Jahr 1500. Gerade die gotische Kunst können Sie an vielen Außenfassaden der zahlreichen Palazzi erkennen Das Ca dOro ist ein Musterbeispiel für Gotik. Kirchenbauten ist oft eine Demonstration der Macht der jeweils Herrschenden Könige oder Bischöfe.

Es war die Gotik, die von allen Architekturepochen in Venedig am nachhaltigsten die Bauten der Stadt beeinflusste, kam sie doch dem typisch venezianischen „filigranen“ Bautyp, der nicht zuletzt durch den besonders instabilen Baugrund bestimmt war,  besonders entgegen.

Die gotische Zeit – also das 13. – 15. Jahrhundert – fallen zudem zeitlich mit der wirtschaftlichen Hochblüte Venedigs zusammen.

Bauten wie der Dogenpalast oder die großen Ordenskirchen werden baulichen Synonymen für Venedigs politische und wirtschaftliche Größe.

Bauwerk der Gotik in Venedig: Santa Maria Gloriosa dei Frari, Santi Giovanni e Paolo, Ca’ Foscari, Dogenpalast, San Giovanni in Bragora, Madonna dell’Orto, Palazzo Contarini del Bovolo, San Zanipolo, Santa Maria Gloriosa dei Frari, Santo Stefano

Renaissance  

Die Renaissance hatte es dem gegenüber nicht leicht, in Venedig Fuß zu fassen: waren doch die Venezianer große Traditionalisten, die gerne am guten, alten überkommenen festhielten – und das war die gotische Kunst.

Die Renaissance betont die Symmetrie, die Proportion, die Geometrie und die Anordnung aller Bauteile. Erst in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts konnte sich die damals schon in Zentralitalien moderne Renaissancekunst in der Lagunenstadt durchsetzen. Zur Renaissance  gehören die Fassaden der Kirchen Il Redentore, San Francesco und San Giorgio Maggiore. Sie wurden vom berühmten Meister Palladio selbst entworfen.

Barock

Dass in Venedig der Barock im Vergleich zu seinem „Geburtsort“ Rom erst relativ spät begann, hat seine Gründe u.a. in den hochgradig schwierigen Beziehungen, die zu Beginn des Jahrhunderts zwischen der römischen Kirche und der Serenissima bestanden.

Baldassare Longhena ist der Architekt, der im Venedig des frühen 17. Jahrhunderts die neue Kunst des Barocks hoffähig machte: Von 1631 stammt der Entwurf für die Kirche Santa Maria della Salute.

Der Barock entstand in Venedig in der Zeit des wirtschaftlichen Niederganges. In dieser Zeit ist die Anzahl an Kirchen und Palästen, die neu gebaut wurden, schon geringer, im Vergleich zur Renaissance und vor allem zur Gotik.

Typisch für den Barock Stil ist die Auflösung der strengen Ordnung der Renaissance. Jetzt gibt es schwingende, konkave und konvexe Formen, Kuppeln, Säulengruppen, Giebel und Fensterbekrönungen mit reichem ornamentalem Schmuck

Rokoko

Das Rokoko zeigt demgegenüber in Venedig so gut wie keine Bautätigkeiten was Großprojekte anbelangt. Der Name Rokoko stammt wohl von dem französischen Wort Rocaille (‚Grotten- und Muschelwerk‘). Ein im Rokoko beliebtes und immer wieder auftretenden Ornament Motiv.

Ein einziger Palast wurde errichtet, der Palazzo Grassi, und zwar nach Entwürfen des Architekten Giorgio Massari. Massasri führte Longhenas Großprojekt der Ca´Rezzonico am Canal Grande zu Ende.

Ein Charakteristikum der Baukunst dieser Zeit ist: Renovieren, überarbeiten, aber kaum noch Neubauten. Das Ende der Republik brachte auch das Ende bedeutender Bautätigkeit in der Lagunenstadt.


Diese Seite wurde erstellt mit besonderer Unterstützung von Fr. Dr. Susanne Kunz-Saponaro, offizielle zertifizierte Fremdenführerin für Venedig. Bitte besuchen Sie bei Interesse an einer Führung in Venedig Ihre Homepage: http://www.stadtfuehrungen-venedig.de





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