
Der Dogenpalast (Palazzo Ducale) zählt zu den bedeutendsten Profanbauwerken der Lagunenstadt. Er liegt an der Piazetta San Marco direkt neben dem Markusdom, mit dem er Jahrhunderte lang das politisch-religiöse Zentrum Venedigs bildete.
Über 900 Jahre war der Dogenpalast die Residenz von insgesamt 120 Dogen der Republik Venedig, die hier Ratsversammlungen abhielten, Staatsbesuche empfingen und pompöse Feste veranstalteten.
Der Eintritt in den Dogenpalst kostet 35,00 Euro pro Person. In diesem Preis enthalten ist auch der Eintritt in die 3 weiteren Museen am Markusplatz.
Wenn Sie ohne Warteschlange in den Dogenpalst wollen, ist es sinnvoll sich vorab online eine Eintrittskarte zu bestellen. oder Sie lesen unseerrnTipp, wie Sie auch vor Ort ohne Warteschalneg in den Dogenpalast hinerein in kommen.
Zwei farbige Säulen am Dogenpalast

An der West Fassade des Dogenpalastes sind 2 Säulen nicht aus dem üblichen weißen Marmor. Zwei Säulen und das Balkon Geländer dazwischen, sind leicht rosa Farben. Das hat folgenden Grund: Hier wurden früher einige Todes Urteile verkündet und teilweise vollstreckt.
Ja, so war sie: Die gute alte Zeit.

Beachten Sie auch in unmittelbarer Nähe rechts neben den beiden roten Säulen, die Figur der Justitia.
Sie hat in der rechten Hand ein Schwert, in der anderen eine Schriftrolle und sitzt zwischen zwei Löwen
Oft kopiert: Die 4-blättrigen Kleeblätter

Dieses Motiv ist ein 4 blättriges Kleeblattmotiv. Es wurde in der Gotik recht oft verwendet. Beim Dogenpalast taucht es im 14. Jahrhundert auf, und wurde ein Trendsetter für Venedig, denn schließlich ist ja der Dogenpalast der Sitz der Regierung. Viele Adelsfamilien nahmen sich das zum Vorbild.
Am Canal Grande u.a. bei der Ca foscari, Ca pisani u.a.
Auf den Kopf gestellt.

Das Erdgeschoss eines Gebäudes ist normalerweise sehr massiv und stabil gebaut, schließlich muss es ja die gesamte Last tragen. Jedes Stockwerk darüber, kann leichter, offener gebaut werden, mit Balkonen, Loggias, Arkaden, etc.
Beim Dogenpalst wurde dieses Prinzip scheinbar umgedreht. Das unterste Stockwerk wirkt durch die 17 großen Arkaden mit Spitzbogen optisch viel offener und fragiler und bietet die größten Freiräume und Lücken.
Das darüber liegende Stockwerk hat auf der gesamten Breite durchgängig eine Loggia mit den doppelten Anzahl an Kielbogen mit Vierpässen (Kleeblätter) und wirkt schon massiver und dichter erbaut.
Das oberste Stockwerk schließlich, ist exakt so hoch, wie die Summe der beiden Arkadenreihen darunter und erscheint mit dem durchgängigen Mauerwerk am stabilsten und massivsten.
Damit wirkt der Dogenpalst genau anders wie normalerweise erwartet, nämlich auf den Kopf gestellt. Der Dogenpalast scheint über dem Wasser zu schweben und vermittelt damit Unbezwingbarkeit.
Seltsame Figuren am Dogenpalast

Auch hier geht fast jeder achtlos vorbei: Direkt am Eckpfeiler des Dogenpalastes, zwischen der Südseite an der Lagune und den beiden Säulen an der Piazetta, sehen Sie diese Figur.
Es zeigt den Sündenfall im Paradies. Im Bild sehen Sie Adam (links) und Eva (rechts), die auf die verbotene Frucht zeigt, die sie in der anderen Hand hält. Zwischen den beiden ein Baumstamm, um den sich eine Schlange windet.
Übrigens: Die Möwe oben im Bild, gehört nicht mehr dazu, obwohl sie an diesem Tag extra Ihr zur Figur passendes, weiß-graues Marmor farbiges Feder-Kleid angezogen hat
Der geflügelte Löwe am Dogenpalast

Fast jeder weiß, dass der Evangelist Markus der Stadtpatron der Lagunenstadt ist. Die Namen Markusplatz und Markusdom weisen ja direkt darauf hin. Doch wie kommt man von Markus auf den Löwen und wieso hat der Löwe Flügel ?
In der Bibel befinden sich gleich zu Beginn des neuen Testamentes, 4 verschiede Lebensgeschichten Jesus. Die Autoren (Evangelisten) sind Matthäus, Lukas und Johannes, und Markus. Das Markus Evangelium beginnt mit dem Thema, dass Jesus in die Wüste ging. Und das Tier der Wüste ist nun mal der Löwe. Der Löwe steht für Mut, Kraft und ist der König der Tiere.
Den anderen Evangelisten wurden ein Stiergesicht, ein Adlergesicht und ein Menschengesicht (oder Engelsgesicht) zugeordnet. In fast allen Darstellungen des Löwen, hält er seine Vorderpranke auf ein aufgeschlagenes Buch, in dem steht: PAX TIBI MARCE EVANGELISTA MEUS Das bedeutet: Friede sei mit dir, Markus, mein Evangelist.
Die Reliquien von Markus wurden aus Alessandria (Ägypten) heimgeführt. Später gab es die Erzählung, dass Markus einen Traum hatte, in dem Ihm ein Engel offenbarte, dass sein Körper in Venedig seine letzte Ruhe finden würde, und er dort seinen Frieden finden wird.
Die Evangelisten Symbole: Sie stammen aus dem Buch des Propheten Ezechiel: „Und ich sah, und siehe, es kam ein ungestümer Wind von Mitternacht her mit einer großen Wolke voll Feuer, das allenthalben umher glänzte; und mitten in dem Feuer war es lichthell. Und darin war es gestaltet wie vier Tiere, und dieselben waren anzusehen wie Menschen. Und ein jegliches hatte vier Angesichter und vier Flügel. Ihre Angesichter waren vorn gleich einem Menschen, und zur rechten Seite gleich einem Löwen (Hes 1,4-20)
Das goldene Herz der Republik
Der Dogenpalast ist weit mehr als nur ein Museum – er ist das steingewordene Gedächtnis der Lagunenstadt. Über Jahrhunderte war er der Sitz des Dogen und der Regierungsratssäle. Hier wurde Weltgeschichte geschrieben, Recht gesprochen und die legendäre venezianische Diplomatie geleitet. Ein Besuch führt dich durch prunkvolle Säle mit Deckenmalereien der größten Meister und über die berühmte Seufzerbrücke bis in die dunklen Kerker.
Warum man ihn besuchen sollte
- Architektonisches Meisterwerk: Der Palast ist das bedeutendste Beispiel der venezianischen Gotik. Die Kombination aus rosa Marmor und filigranen Arkaden ist weltweit einzigartig.
- Die Macht Venedigs spüren: In den riesigen Sälen, wie dem Saal des Großen Rates (Maggior Consiglio), wird die einstige politische und wirtschaftliche Dominanz der Republik greifbar.
- Kunst auf höchstem Niveau: Bewundere eines der größten Ölgemälde der Welt – Tintorettos „Paradies“ – sowie Meisterwerke von Veronese und Tizian in ihrem ursprünglichen Kontext.
- Die Legende der Seufzerbrücke: Nur hier kannst du die Brücke überqueren und denselben Blick auf die Lagune werfen, den einst die Gefangenen auf ihrem Weg in die Zellen hatten.
Wichtige Fakten für den Besuch
- Das Goldene Treppenhaus: Die Scala d’Oro ist mit 24-karätigem Blattgold verziert und war einst der offizielle Zugang für Ehrengäste.
- Der Saal des Großen Rates: Er ist 54 Meter lang und kommt ohne eine einzige stützende Säule aus – eine bautechnische Meisterleistung der Renaissance.
- Die Geheimgänge: Neben den Prunkräumen gibt es ein Netz aus versteckten Büros und Folterkammern, die nur im Rahmen spezieller Führungen (Itinerari Segreti) zugänglich sind.
- Die Löwenmäuler: Achte auf die steinernen Briefschlitze (Bocche di Leone), in denen Bürger anonyme Anzeigen gegen Mitbürger einwerfen konnten.
Mein Tipp: Wer den Dogenpalast besucht, besitzt meist das „St. Mark’s Square Ticket“, das auch den Eintritt in das Museo Correr, das Archäologische Museum und die Biblioteca Marciana beinhaltet. Nutze diese aus, um das volle Bild der venezianischen Kultur zu erhalten.
Die Museen im Überblick
- Der Dogenpalast: Das goldene Herz der Republik
- Museo Correr: Ein Fenster in das Leben der Republik
- Gallerie dell’Accademia: Das Pantheon der venezianischen Kunst
- Peggy Guggenheim Collection: Die Moderne am Canal Grande
- Museo Storico Navale: Die Ingenieurskunst der Weltmeere
- Ca‘ Rezzonico: Das prächtige Museum des venezianischen 18. Jahrhunderts
- Ca‘ Pesaro: Moderne Kunst und Orientalische Schätze im Barockpalast