Spaziergang: Vom Markusplatz zur Stille von Dorsoduro

Spaziergang: Vom Markusplatz zur Stille von Dorsoduro

Dieser Rundgang führt Sie vom pulsierenden Herz Venedigs zu versteckten Pfaden, Nobelboutiquen und spektakulären Aussichtspunkten am Wasser. Er ist ideal für Genießer, die das authentische Venedig abseits der großen Massen suchen. Dieser Spaziergang ist ein echtes Highlight für Venedig Besucher, da er den prachtvollen Markusplatz mit der fast schon dörflichen Stille von Dorsoduro verbindet.

Der Start: Markusplatz und napoleonische Geschichte

Plan des Rundgangs Punta Dogana

Die Tour beginnt im Zentrum: Stellen Sie sich mit dem Rücken vor die fünf großen Portale des Markusdoms. Vor Ihnen erstreckt sich die Längsseite des Markusplatzes. Am hinteren Ende sehen Sie den Napoleonischen Flügel (Ala Napoleonica), der unter der Herrschaft Napoleons erbaut wurde.

Gehen Sie quer über den Platz, halten Sie sich am Ende links und schreiten Sie durch den Torbogen. Direkt im Durchgang finden Sie das offizielle Tourismusbüro der Stadt – ideal für einen kurzen Abstecher, falls Sie noch Stadtpläne benötigen.

Dier ehemalige Börse von Venedig

Direkt an der luxuriösen Calle Larga XXII Marzo passieren Sie das historische Gebäude der Ehemaligen Börse von Venedig. Wo heute exklusive Mode präsentiert wird, schlug früher das finanzielle Herz der Stadt, in dem mit Wertpapieren und Devisen gehandelt wurde. Die prachtvolle Architektur zeugt noch heute davon, dass Venedig bis weit ins 20. Jahrhundert hinein ein bedeutender Knotenpunkt für den internationalen Handel und das Bankwesen war. Ein kurzer Blick nach oben lohnt sich, um die Details der Fassade zu bewundern, bevor man weiter in die Stille der Gassen eintaucht.

Nobelboutiquen und der Weg zur Fähre

Sobald Sie den Torbogen hinter sich lassen, tauchen Sie in die Welt des Luxus ein. Entlang der Calle Larga XXII Marzo finden Sie international bekannte Modemarken, edle Schuhe und Nobelboutiquen. Folgen Sie hier immer den gelben Schildern an den Hauswänden in Richtung Accademia.

Gehen Sie weiter, bis Sie vor dem Hotel Ala am Campiello Santa Maria Zobenigo stehen. Hier biegen Sie links ab und gehen vor bis zum Kanalufer zum Traghetto di Santa Maria del Giglio.

Ein besonderes Erlebnis: Nutzen Sie hier die Gondelfähre (Traghetto), die Sie für einen kleinen Betrag auf kurzem Weg über den Canal Grande setzt. Die Fahrt dauert nur wenige Minuten. Falls Ihnen die Gondel etwas wackelig erscheint: Setzen Sie sich einfach ruhig auf die Bordwand. Die Gondoliere helfen Ihnen gerne beim Ein- und Ausstieg.

Kunst und Weitblick am Canale della Giudecca

Canale della Giudecca il Redentore

Nachdem Sie am gegenüberliegenden Ufer (San Gregorio) ausgestiegen sind, haben Sie die Wahl:

  • Kultur-Tipp: Halten Sie sich rechts, um nach wenigen Metern das weltberühmte Peggy Guggenheim Museum zu erreichen.
  • Der Spaziergang: Halten Sie sich rechts, biegen aber noch vor der Brücke über den Rio della Fornace links ab. Folgen Sie dem Weg konsequent, bis Sie das breite Ufer des Canale della Giudecca erreichen.

Biegen Sie hier links ab. Genießen Sie den grandiosen Blick über das Wasser: Direkt gegenüber thront die Redentore-Kirche auf der Insel Giudecca, und in der Ferne links sehen Sie die Klosterinsel San Giorgio Maggiore.

Peggy Guggenheim Collection

Peggy Guggenheim Museum am Kanal Grande

Das Peggy Guggenheim Collection am Canal Grande ist eines der bedeutendsten Museen für moderne Kunst des 20. Jahrhunderts weltweit. Es befindet sich im Palazzo Venier dei Leoni, dem ehemaligen Wohnsitz der US-amerikanischen Sammlerin Peggy Guggenheim.

Kernmerkmale des Museums

  • Die Sammlung: Der Fokus liegt auf europäischer und amerikanischer Kunst der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Vertreten sind Meisterwerke des Kubismus, Futurismus, Surrealismus und des Abstrakten Expressionismus.
  • Namhafte Künstler: Die Galerie beherbergt Werke von Pablo Picasso, Salvador Dalí, René Magritte, Jackson Pollock und Joan Miró.
  • Das Gebäude: Ein unvollendeter Palazzo aus dem 18. Jahrhundert, der durch seine eingeschossige Bauweise und die markante weiße Fassade aus der Architektur am Canal Grande heraussticht.
  • Außenbereich: Der Nasher Skulpturengarten bietet eine ruhige Atmosphäre und stellt moderne Skulpturen unter freiem Himmel aus. Hier befindet sich auch das Grab von Peggy Guggenheim und ihren geliebten Hunden.

Das Museum eignet sich hervorragend für ein seniorenfreundliches Programm, da es im Vergleich zu den riesigen staatlichen Museen (wie der Accademia) kompakter und überschaubarer ist.

Chiesa del Santissimo Redentore

Die von Andrea Palladio entworfene Votivkirche auf der Insel Giudecca ist ein Meisterwerk der Renaissance und wurde, wie die Salute, zum Dank für das Ende einer Pestepidemie errichtet. Sie ist das Zentrum des berühmten Redentore-Festes, bei dem jedes Jahr im Juli eine Schiffbrücke über den Kanal geschlagen wird, um die tiefe religiöse Verbundenheit der Venezianer zu feiern.

Klosterinsel San Giorgio Maggiore

Klosterkirche San Giorgio

Die direkt gegenüber dem Markusplatz gelegene Insel beherbergt die gleichnamige Basilika von Palladio und ein bedeutendes Benediktinerkloster, das heute Sitz der renommierten Fondazione Cini ist. Ein besonderes Highlight für Senioren ist der bequeme Fahrstuhlaufstieg auf den Campanile, der einen der spektakulärsten und ruhigsten Panoramablicke über ganz Venedig und die Lagune bietet.

Die Zollspitze: Punta della Dogana

Die Zollspitze: Punta della Dogana

Gehen Sie den Uferweg immer weiter bis zur Punta della Dogana, der markanten „Zollspitze“.

Die Punta della Dogana markiert als ehemalige Zollstation den prachtvollen Übergang zwischen dem Canal Grande und dem Canale della Giudecca und ist heute als Museum für zeitgenössische Kunst der François Pinault Foundation weltberühmt. Ihre markante Turmspitze mit der goldenen Weltkugel, die von zwei Atlanten getragen wird, gilt als einer der spektakulärsten Aussichtspunkte über das gesamte Becken von San Marco.

Sie werden sowieso schon die ganze Zeit, in der Sie am Uferweg entlanggehen, Bilder gemacht haben. Spätestens hier an der Punta della Dogana sollten Sie Erinnerungsfotos schießen: Ganz drüben auf der gegenüberliegenden Seite liegt die Klosterkirche San Giorgio, vor Ihnen der Dogenpalast und die sensationelle Skyline des Prachtboulevards von Venedig.

Ein wichtiger Hinweis: An der Punta della Dogana selbst gibt es leider keine Bänke. Hier können Sie sich weder ausruhen noch längere Zeit im Sitzen die Aussicht genießen. Wenn Sie Ihre Bilder gemacht haben, setzen Sie den Weg einfach entlang der Seite fort, die am Canal Grande liegt.

Der Rückweg über die La Salute-Kirche

Umrunden Sie die Spitze und gehen Sie nun am Ufer des Canal Grande wieder ein Stück zurück. Auf der gegenüberliegenden Seite können Sie das berühmte Harry’s Bar und die prächtigen Fassaden der Luxushotels bewundern. Nach wenigen Metern stehen Sie vor dem Höhepunkt der Tour: Santa Maria della Salute.

Kurzporträt: Diese barocke Rundkirche wurde im 17. Jahrhundert als Dank für das Ende einer Pestepidemie errichtet. Sie ruht auf über einer Million Holzpfählen und ist mit ihrer gewaltigen Kuppel eines der meistfotografierten Motive der Welt.

Die weitläufigen Treppen der Basilika laden zu einer Pause ein – hier können Sie sich hinsetzen, die Ruhe genießen oder das prächtige Innere der Kirche besichtigen.

Die Basilika Santa Maria della Salute

La Salute-Kirche Venedig

Die Basilika Santa Maria della Salute, kurz La Salute, ist eine der markantesten Barockkirchen Venedigs und prägt mit ihrer gewaltigen Kuppel die Silhouette am südlichen Ende des Canal Grande.

Historischer Hintergrund & Bedeutung

  • Anlass der Erbauung: Die Kirche wurde im 17. Jahrhundert (Baubeginn 1631) als Dankesgabe an die Jungfrau Maria für das Ende einer verheerenden Pestepidemie errichtet, die fast ein Drittel der venezianischen Bevölkerung auslöschte.
  • Der Architekt: Sie ist das Meisterwerk von Baldassare Longhena, der über 50 Jahre an diesem monumentalen Projekt arbeitete.
  • Besonderheit: Da der Boden an der Spitze von Dorsoduro extrem instabil ist, ruht die gesamte Kirche auf über 1,1 Millionen Holzpfählen, die in den Lagunenboden gerammt wurden.

Highlights im Innenraum

  • Die Sakristei: Sie beherbergt bedeutende Werke von Tizian (u.a. Deckenmalereien) und das berühmte Gemälde „Die Hochzeit zu Kana“ von Tintoretto.
  • Der Boden: Das aufwendige Marmormosaik im achteckigen Hauptraum ist ein technisches und künstlerisches Meisterwerk.
  • Der Hauptaltar: Er zeigt eine skulpturale Gruppe, die die „Madonna della Salute“ darstellt, wie sie die Pest aus Venedig vertreibt.

Die Salute ist ein idealer Ort für einen ruhigeren Besuch abseits der extremen Touristenströme am Markusplatz.

Ein wertvoller Rat für Genießer

An der Station Salute angekommen, werden Sie beobachten, wie viele Besucher mit der überfüllten Vaporetto-Linie 1 lediglich für eine Station vom Markusplatz herüberfahren. Sie steigen aus, werfen einen schnellen Blick in die Kirche, setzen im Kopf ein Häkchen auf ihrer To-do-Liste und drängen sich kurz darauf wieder in das nächste Boot zurück zum Markusplatz. Das ist der typische Massentourismus: schnell hin, kurz gucken, und ciao ciao.

Machen Sie es anders, machen Sie es besser!

Wenn Sie diesen Rundgang wählen, haben Sie Venedig wirklich gespürt. Sie sind durch die stillen Gassen von Dorsoduro spaziert, haben die Aussicht an der Punta della Dogana in Ruhe genossen und – das ist das eigentliche Highlight – den Canal Grande stilecht mit dem Traghetto überquert.

Diese kurze Fahrt in einer echten Gondel dauert zwar nur wenige Minuten, bietet Ihnen aber ein authentisches Erlebnis, das kein Vaporetto-Ticket der Welt ersetzen kann. Sie entdecken versteckte Winkel und Kunstschätze abseits der ausgetretenen Pfade, während die Masse noch an der Haltestelle wartet. Nehmen Sie sich diese Zeit – Venedig wird es Ihnen mit unvergesslichen Eindrücken danken.

Rückkehr zum Markusplatz

Um die Tour abzuschließen, nehmen Sie direkt vor der Kirche die Vaporetto-Linie 1. Das Boot kommt alle 12 Minuten von der linken Seite. Nur eine Station später steigen Sie an der Haltestelle San Marco Vallaresso wieder aus.

Giardini Reali (die Königlichen Gärten)

Von dort führt Sie ein kurzer Weg durch die Giardini Reali (die Königlichen Gärten) direkt zurück zu Ihrem Ausgangspunkt auf dem Markusplatz. Genießen Sie die Stille in diesem kleinen Park, der einst ein Rückzugsort für den Adel war. Und halten Sie ruhig die Augen offen – mit etwas Glück begegnen Sie dort vielleicht sogar der Kaiserin Sissi auf einem ihrer geliebten Spaziergänge.

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