Die Säule des Heiligen Markus: Das monumentale Tor zur Lagune

Wenn Sie vom Markusplatz in Richtung des Wassers flanieren, werden Sie von zwei mächtigen Granitsäulen begrüßt, die das historische Entree zur Stadt bilden. Die Colonna di San Marco ist die östliche dieser beiden Säulen und trägt stolz den geflügelten Löwen, das weltberühmte Symbol des Evangelisten Markus und der Republik Venedig.

Geflügelter Markuslöwe auf der Colonna di San Marco in Venedig

Diese beeindruckende Säule aus ägyptischem Granit ist weit mehr als nur ein Orientierungspunkt. Sie erzählt die Geschichte einer stolzen Seemacht, die Schätze aus der Ferne nach Hause brachte, um ihre Pracht zu mehren. Seit dem 12. Jahrhundert trotzt sie dem Wind und dem Salzwasser der Adria und markiert den Ort, an dem Staatsoberhäupter und Gesandte einst die Stadt betraten.

Ein Symbol mit geheimnisvoller Geschichte

Das Herzstück der Säule ist zweifellos der bronzene Löwe an ihrer Spitze. Interessanterweise ist dieser Löwe weitaus älter als die Stadt Venedig selbst. Fachleute gehen davon aus, dass die Figur ursprünglich aus dem fernen Osten stammt und im Mittelalter von venezianischen Kunsthandwerkern mit Flügeln und dem Evangelienbuch ergänzt wurde, um sie dem Stadtpatron zu widmen.

Ein Tipp für Ihren Besuch

Der Bereich rund um die Säule ist großzügig gepflastert und bietet einen ebenen Untergrund, der sich hervorragend für einen entspannten Spaziergang eignet. Wir empfehlen Ihnen, die Details am Sockel der Säule genau zu betrachten: Hier finden Sie feine Reliefarbeiten, die das tägliche Leben und das Handwerk im alten Venedig darstellen.

Bitte beachten Sie eine kleine lokale Tradition: Viele Venezianer vermeiden es bis heute, direkt zwischen den beiden großen Säulen hindurchzugehen. Dies geht auf eine Zeit zurück, in der dieser Raum für offizielle Bekanntmachungen und Zeremonien genutzt wurde. Es gilt unter Einheimischen daher als Zeichen von Respekt und gutem Omen, die Säulen seitlich zu passieren.

Die Säule des Heiligen Markus an der Piazzetta

1. Herkunft und Material

  • Material: Die Säule besteht aus einem einzigen, massiven Block aus rosafarbenem und grauem ägyptischem Granit.
  • Raubgut oder Geschenk? Die Säulen gelangten vermutlich im 12. Jahrhundert (ca. 1172) als Beute aus dem Orient nach Venedig. Ursprünglich waren es drei Säulen, doch eine fiel beim Entladen ins Hafenbecken und versank im Schlamm der Lagune, wo sie bis heute liegt.

2. Der Markuslöwe (Leone di San Marco)

Das auffälligste Merkmal ist die Bronzestatue an der Spitze:

  • Symbolik: Der geflügelte Löwe ist das Symbol des Evangelisten Markus, des Schutzpatrons von Venedig. Er hält ein aufgeschlagenes Buch mit der Inschrift: „Pax tibi Marce, evangelista meus“ (Friede sei mit dir, Markus, mein Evangelist).
  • Rätselhafte Herkunft: Untersuchungen haben gezeigt, dass der Löwe ursprünglich keine venezianische Arbeit ist. Er stammt vermutlich aus dem 4. Jahrhundert v. Chr. aus dem Osten (assyrisch oder chinesisch) und wurde in Venedig später mit Flügeln und dem Buch „umgestaltet“.
Die Säule des Heiligen Markus an der Piazzetta

3. Die Basis und die Handwerkskunst

Wenn Sie die Säule für Ihre Leser beschreiben, sollten Sie einen Blick auf den Sockel werfen:

  • Reliefs: Die Basis ist mit mittelalterlichen Reliefs verziert, die verschiedene Handwerksberufe der Stadt darstellen (z.B. Fischer, Fleischer, Obsthändler). Dies sollte die wirtschaftliche Stärke und die Bedeutung der Bürger Venedigs unterstreichen.

4. Historische Bedeutung und Anekdoten

  • Ort der Hinrichtungen: Im Mittelalter und der frühen Neuzeit war der Raum zwischen den beiden Säulen (San Marco und San Todaro) der Ort für öffentliche Hinrichtungen.
  • Aberglaube: Aufgrund dieser dunklen Geschichte gilt es unter Einheimischen bis heute als schlechtes Omen, direkt zwischen den beiden Säulen hindurchzugehen. Man umgeht sie lieber seitlich.
  • Das „Glücksspiel-Privileg“: Nicolò Barattieri, der Ingenieur, dem es gelang, die tonnenschweren Säulen aufzurichten, erhielt als Belohnung das Privileg, im Raum zwischen den Säulen Glücksspiele zu veranstalten – was ansonsten in Venedig streng verboten war.
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