Basilica dei Frari – Das Monument der venezianischen Gotik

Die „Frari“, wie die Venezianer sie kurz nennen, ist eine der größten und imposantesten Kirchen der Stadt. Sie ist das Herzstück des Stadtteils San Polo und beherbergt Kunstwerke von Weltrang, darunter zwei Hauptwerke von Tizian, der hier auch begraben liegt.

Warum man sie besuchen sollte

Ein Besuch der Frari-Kirche ist fast gleichbedeutend mit einem Besuch in einem der besten Museen der Welt. Die Architektur ist atemberaubend hoch, und die schiere Menge an bedeutenden Grabmälern (darunter für den Komponisten Claudio Monteverdi und den Bildhauer Antonio Canova) macht sie zum „Pantheon“ Venedigs.

Wichtige Fakten für den Besuch

  • Tizians „Assunta“ (Mariä Himmelfahrt): Das riesige Altarbild am Ende des Mittelschiffs leuchtet förmlich durch die Kirche. Es gilt als eines der revolutionärsten Gemälde der Renaissance.
  • Die hölzerne Chorschranke: Die Frari ist die einzige Kirche in Venedig, in der der mittelalterliche Mönchschor mit seiner prachtvollen Marmorschranke und dem Chorgestühl mitten im Schiff erhalten geblieben ist.
  • Canovas Grabmal: Ein riesiges, weißes Marmordreieck (eine Pyramide), das von Canovas Schülern nach seinem eigenen Entwurf für Tizian errichtet wurde. Ironischerweise liegt darin nur sein Herz begraben.
  • Das Donatello-Kruzifix: In einer der Kapellen befindet sich die einzige Skulptur des Florentiner Meisters Donatello in Venedig – der Heilige Johannes der Täufer aus Holz.

Praktische Informationen

  • Anfahrt: Vaporetto-Linie 1 oder 2, Haltestelle San Tomà. Von dort sind es nur ca. 3 Minuten Fußweg. Der Weg ist nahezu barrierefrei.
  • Öffnungszeiten: Montag bis Samstag von 09:00 bis 18:00 Uhr. Sonntags von 13:00 bis 18:00 Uhr (da vormittags Gottesdienste stattfinden).
  • Eintritt: Die Frari gehört nicht zum Chorus-Verbund, sondern erhebt einen eigenen Eintrittspreis (ca. 5 €). Es gibt jedoch Ermäßigungen für Senioren (über 65 Jahre) – bitte den Ausweis bereithalten.
  • Barrierefreiheit: Der Zugang ist über eine Rampe am Haupteingang sehr gut gelöst. Das Kirchenschiff ist weitläufig, eben und bietet viele Sitzmöglichkeiten in den Kirchenbänken für Ruhepausen während der Besichtigung.

Tipp für Senioren

Direkt neben der Kirche befindet sich das Staatsarchiv von Venedig. Die Gegend um die Frari ist deutlich ruhiger als der Markusplatz. Es gibt kleine Cafés direkt am Kanalufer, wo man nach der Besichtigung wunderbar sitzen kann. Da die Kirche sehr groß ist, sollte man mindestens 45 bis 60 Minuten einplanen, um die Kunstwerke ohne Eile zu betrachten.

Pantheon

Ein Pantheon ist ein Begriff aus der Architektur und Kulturgeschichte, der heute zwei Hauptbedeutungen hat – eine allgemeine und eine ganz spezifische:

1. Die ursprüngliche Bedeutung (Antike)

Das Wort stammt aus dem Griechischen (pan = alles, theos = Gott) und bezeichnete ursprünglich ein Heiligtum, das allen Göttern geweiht war.

Das berühmteste Beispiel ist das Pantheon in Rom. Es ist eines der am besten erhaltenen Bauwerke der Antike und technisch ein Meisterwerk: Seine riesige Kuppel aus unbewehrtem Beton war über 1.700 Jahre lang die größte der Welt – eine Ingenieursleistung, die Sie als ehemaliger EDV-Trainer mit technischem Hintergrund sicher faszinierend finden.

2. Die heutige Bedeutung (Ehrenhalle)

Im übertragenen Sinne – wie ich es gerade bei der Beschreibung der Frari-Kirche verwendet habe – bezeichnet ein Pantheon eine nationale Ruhmeshalle oder Grabstätte für bedeutende Persönlichkeiten.

  • Wenn man sagt, eine Kirche ist das „Pantheon einer Stadt“, meint man: Hier liegen die „Großen“ der Geschichte begraben – die wichtigsten Künstler, Staatsmänner, Musiker und Denker.
  • In der Frari-Kirche ist das sehr passend, da dort die Elite Venedigs (wie Tizian, Canova oder Monteverdi) ihre monumentalen Grabmäler hat. Es ist also nicht nur ein Ort des Gebets, sondern ein steinerner Zeuge der venezianischen Geschichte.

Zusammenfassung:

„Ein Pantheon ist ein Ort, an dem die bedeutendsten Persönlichkeiten einer Nation oder Stadt ihre letzte Ruhestätte gefunden haben und so für die Nachwelt unvergessen bleiben.“

Es unterstreicht die Seriosität und den historischen Rang eines Bauwerks. In Venedig gibt es zwei solcher „Pantheons“: Die Frari-Kirche (für die Kunst und Kultur) und San Zanipolo (wo die meisten Dogen, also die Staatsoberhäupter, begraben liegen).

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